Der Denunziant 2.0 – Des Politikers bester Freund

Der Denunziant im eigenen Land erspart den heutigen Dogmatikern unserer Regierung so manche Predigt, gerade in Coronazeiten.

Ob gesellschaftliche Verächtlichung von Andersdenkenden in den Sozialen-, wie auch den Staats- und Leitmedien, ob Verleumdung von Menschen, als vermeintliche Nazis, bis hin zur Verächtlichung von Behörden, wie der Polizei, durch massive Unterstellungen vermeintlich rassistischer Gesinnung.

Angstmacherei in der Gesellschaft wird betrieben, um das zu fördern, was wir seit einiger Zeit überall sehen und erleben können – Das Wiederauferstehen der DENUNZIANTEN.

Corona ist der beste Anlass dazu, aus Menschen Denunzianten werden zu lassen und dies auch noch ausdrücklich staatlich erwünscht.

Behörden fördern Denunziation in Coronazeiten:

Stadt Essen: Formular für Bürger zum Melden von Verstößen gegen die Corona-Regeln:

Corona Anzeigenformular Stadt Essen

Screenshot: Stadt Essen


Nach massiver öffentlicher Kritik, äußerte sich die Stadt Essen auf Twitter. Allerdings war die weiterführende Erklärung des Ordnungsdezernenten Christian Kromberg, der sich RTL gegnüber äußerte wohl eher nicht gerade eine Glücksgriff.

„Zu keiner Zeit haben wir das Formular beworben oder aktiv dazu aufgefordert, Verstöße zu melden“,

Darauf folgte aber der Satz mit dem „ABER…

…wenn der Bürger das Bedürfnis habe, ein entsprechendes Ordnungswidrigkeitsverfahren bei der Stadt Essen anzuzeigen, solle er dies, so Kromberg, strukturiert und rechtssicher tun können.“


Nur gut, dass man in Essen andere Menschen

…strukturiert und rechtssicher…

MELDEN KANN…

Das Schlimme daran ist, dass die Menschen dies auch tun.

Dem „Nordkurier“ erklärte die Stadtverwaltung von Essen, dass derzeit etwa drei bis fünf Anfragen pro Tag über das Portal ankämen.

Zwischenzeitlich seien es mehr als 50 Anfragen bzw. Beschwerden von Bürgern pro Tag gewesen.


Es erinnert an schlimmste Zeiten in unserem Land, dass Bürger jetzt amtlichen unterstützt durch ein Portal zu Denunzianten gemacht werden sollen.

Und noch Schlimmer, dass man sogar Fotos aus dem öffentlichen Raum hochladen kann und soll:

Screenshot: Stadt Essen

Die Zunahme von Denunziationen in einer Gesellschaft ist immer ein explizites Indiz für eine beginnende, negative Gesellschaftsveränderung,  ganz gleich um welche Thematiken sich die Denunziationen drehen.

Der Denunziant hört an der Wand, die eig‘ ne Schand Der Denunziant – Karikatur von A. Paul Weber 1934/1947/ A. Paul Weber-Museum Ratzeburg

Denunzianten sind und waren schon immer das subtilste und effektivste, definitiv aber übelste Mittel Menschen oder Menschengruppen gesellschaftlich zu diskreditieren, zu diskriminieren und nicht selten zu beseitigen.

Wer im Netz Andersdenkende anschwärzt und sich dann die Hände reibt, wenn übereifrige Sperr- und Löschpraktikanten, in winzigen Besenkammer-Büros der Sozialen Medien, wie YouTube oder Facebook aus Furcht vor dem Maasschen „Netwerk Durchsetzungs Gesetz“ (NetzDG) alles löschen oder User sperren, ungeachtet dessen, dass die Veröffentlichungen der Meinungsfreiheit entsprechen.

Wer andere denunziert und sich heimlich ins Höschen macht vor lauter Freude, dass er in seiner Kleingeistigkeit einen vermeintlichen Vorteil oder gar Sieg errungen hat, der wird über seine Kleingeistigkeit nie hinauswachsen, ganz gleich ob er Akademiker oder Bauarbeiter ist.

Er ist und bleibt dann auf dem untersten Treppchen der Gesellschaft – Ein kleingeistiger Spießbürger.


Ein „Löwenmaul“ (Bocca di Leone) am Dogenpalast in Venedig. In der Republik Venedig konnten Denunzianten ihre geheimen Anzeigen in solche „Löwenmäuler“ einwerfen.

Und die Geschichte dieser Menschen, der alleruntersten Kategorie von Soziopathen, geht bis auf die beginnende Menschheitsgeschichte zurück, zumindest aber auf die biblische Geschichte der Denunziantion von Jesus, durch einen seiner eigenen Jünger.

Darstellung der Übergabe der 30 Silberlinge an den Denunzianten von Jesus – Dom von San Gimignano (Toskana)


Darüberhinaus am anschaulichsten dokumentiert ab dem Mittelalter.

Die Denunziation von Menschen, die im Mittelalter als Hexen oder Ketzer, oft von neidvollen Nachbarn oder Konkurrenten denunziert und somit gesellschaftlich bloßgestellt, endete oft tragisch für dem Denunzierten.

Zumeist landeten diese auf dem Scheiterhaufen oder, mit Glück „nur“ in inquisitorischen Folterkellern.

Verbrennung_Salzburger_Täufer_1528

Jan Luyken: Verbrennung Salzburger Täufer im Jahr 1528

Das Denunziantentum wurde unter der damaligen Kirchenfürsten zum wahren Machtinstrument ausgefeilt.

Den Nutzen hatten damals die Fürsten und später und auch zu Zeiten der Nazis und der DDR, ebenso wie heute die Mächtigen in einer Gesellschaft.

Der Denunziant, als Sozipath nicht fähig sein Tun und Handeln rational zu beurteilen, erhält heute, wie damals seine 30 Silberlinge.

30 Silberlinge für den Denunzianten.jpg
30 Silberlinge für den Denunzianten

Entweder in Form der eigenen oder sogar der gesellschaftlich, öffentlichen Aufwertung des eigenen, oft im Denunzianten selbst als minderwertig eingeschätzten Ego’s.

Nicht selten in Form von öffentlicher Aufmerksamkeit durch Medien, die gesellschaftlich, finanziell in Abhängigkeit durch die angesprochen Nutznießer solcher Denunziantionen stehen.

Leider ist dies nicht immer augenscheinlich zu erkennen.

Auch sind es materielle Dinge, die zuweilen mit Postenschacherei einhergehen.

Zu Zeiten der Nazi- und vor allem der DDR-Diktatur war dies oft ein lukratives Geschäft für beide Seiten der Denunziantengruppen.

Wie hier in einem Orgiginaldokument aus dem Stasiakten-Archiv des BSTU.                                              Ein IM spitzelte eine Familie in der DDR aus. Dies könnte ein Nachbar, ein Freund,                            Kollege, sogar ein Verwandter gewesen sein.

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Eines der schlimmsten Kapitel unserer Geschichte. Und sie wiederholt sich scheinbar.                           Aus anderen Gründen, jedoch mit ähnlichen Methoden.

Mögen jedem Denunzianten, dem niedrigsten aller gesellschaftlichen Individuen, die bildlichen „30 Silberlinge“ für jeden ihrer Verrate an der eigenen Gesellschaft buchstäblich im Halse stecken bleiben.


August Heinrich Hoffmann von Fallersleben brachte es schon auf den Punkt:

„Der größte Lump im ganzen Land

das ist und bleibt der Denunziant.“

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 – 1874),deutscher Schriftsteller und Dichteter (1841) von »Das Lied der Deutschen«, dessen 3. Strophe die heutige Deutsche Nationalhymne ist.

Und lasst es euch gesagt sein ihr „lieben“ Denunzianten:

Das letzt Hemd hat keine Taschen (auch nicht für 30 Silberlinge).
Aber das jüngste Gericht hat ein Fegefeuer und das Karma vergisst Niemanden…!

Fegefeuer_stansBarocke Fegefeuer-Darstellung im Beinhaus zu Stans

In diesem Sinne…

Euer Matze Lentzsch

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