Der Denunziant ist wieder da – Petzen, Anschwärzen, Verraten – die neue Dimension der Kleingeister

 

Meine erste Facebooksperre meines Profils verdanke ich EINER dieser Personen, die sich damit direkt aus meiner Freundesliste heraus, für meine, noch jungfräuliche Blockliste qualifiziert hat. DANKE „liebe(r) FB-FREUND(IN)“!

Wer heute nicht weiter kommt mit seinen Argumenten und den „Andersdenkenden“ nicht von seiner Ansicht überzeugen kann (dies gilt heute vornehmlich in Deutschland für die modern gewordene, neoliberale Meinung, auch unter der Bezeichnung „Gutmenschendenken“ bekannt – ergo die EINZIG WAHRE MEINUNG IN DER HEUTIGEN GESELLSCHAFT), der oder die greift dann gern zu dem Mittel, das es in jedem Zeitalter der Menschheitsgeschichte gab.

DER DENUNZIATION!

Ein Mittel der allerschlimmsten Sorte und vornehmlich jenen Menschen vorbehalten, die im Zweifelsfall gern darauf warten, dass ihnen ihre Kontrahenten irgendwann den Rücken zudrehen.

Wikipedia liefert hierzu folgende Definition.

 

Denunziation ist eine:

„…öffentliche Beschuldigung oder Anzeige einer Person oder Gruppe aus nicht selten niedrigen persönlichen oder oft politischen Beweggründen, von deren Ergebnis der Denunziant sich selbst oder den durch ihn vertretenen Interessen einen Vorteil verspricht.“

Jeanette Neuendorf, freie Autorin lieferte in ihrem Artikel bei „Achgut“:

Was treibt den Denunzianten an?“ eine sehr schöne Zusammenfassung dieses Menschenschlages:

„Andere zu denunzieren ist ein persönlich motivierter Akt des Handelns.

Denn auch wenn ein Denunziant möglicherweise der Auffassung ist, Zivilcourage zu beweisen, weil er glaubt, im Sinne der Gemeinschaft zu handeln, müsste er sich dennoch die Frage stellen:

Auf welcher Basis habe ich wirklich gehandelt? Aus der selbst empfundenen Sicht von Gerechtigkeit oder aus Sicht einer von außen definierten gesellschaftlichen Bestimmung von Recht und Ordnung?

Aber wie man es auch dreht und wendet, ein Denunziant richtet letztlich eigenständig über Andere. Indem er dies tut, lädt er unweigerlich Schuld auf sich.

Mit den Konsequenzen seines Handelns muss er demnach alleine fertig werden. Bewusst oder unbewusst, wird sein Handeln jedoch im Kern von Angst bestimmt. Und Angst war noch nie ein guter Berater.

Auch Heinrich Hoffmann von Fallersleben machte scheinbar schmerzhafte Bekannschaft mit diesem Menschenschlag, der auch schon Jesus für  30 Silberlinge verraten haben soll. Er schrieb:

Der größte Lump im ganzen Land
das ist und bleibt der Denunziant.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 – 1874), eigentlich A.H. Hoffmann, deutscher Schriftsteller, dichtete 1841 auf Helgoland »Das Lied der Deutschen«, dessen 3. Strophe die heutige Deutsche Nationalhymne ist.

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In der Republik Venedig konnten Denunzianten ihre geheimen Anzeigen in solche „Löwenmäuler“ einwerfen. Das „Löwenmaul“ (Bocca di Leone) am Dogenpalast in Venedig. 

Nachdem WIR gedacht hatte, dass wir nach dem Mauerfall die Zeit der Denunziationen (damals im Auftrag der Stasi) aus dem Kreise der Nachbarn, Freunde und sogar der eigenen Verwandtschaft hinter uns gelassen zu haben, finden WIR uns nun erneut in einer Gesellschaft wieder, die darauf setzt, ja sich sogar verpflichtet fühlt den „Andersdenkenden“ mit dieser drakonischen Strafe belegen zu müssen, falls er/sie sich nicht zum vermeintlich „GUTEN“ bekehren lässt (religiöse Missionierung lässt grüßen).

So wird nun wieder das alte Spiel gespielt in diesem Lande.

Und der Menschenschlag der Denunzianten hat wieder eine wichtige Aufgabe übernommen, so wie schon zuvor in vergangenen Jahrzehnten.

Im Sinne einer neoliberalen Staatsdoktrin, deren Antrieb es ist, die Gesellschaft zu spalten, die man nicht in der Lage ist, mit Intrigen zu blenden.

Und auch hier wieder Worte von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben:

„Das alte Lied, das alte Lied,
Das ewige Lied vom Unterschied:
Wer nicht des Staates Glauben hat,
An den auch glaubet nicht der Staat.“

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 – 1874)

 wp43wgca

Euer Matze Lentzsch

1 Kommentar

  1. Mach Dir nichts aus der Facebooksperre. Ich bin drei Tage gesperrt, wohl noch bis morgen Abend. Kann mich noch auf Facebook anmelden, sehe noch alles, aber kann nichts schreiben oder bewerten.
    Der Grund war ein Kommentar zur Grenzbewachung. Da schrieb ich in etwa, dass man Grenzschutz ohne Waffen gleich sein lassen kann, aber jeder Grenzschutz möglichst ohne Anwendung von Waffen stattfinden sollte. Dies reichte offenbar zu einer Meldung. Daraufhin wurde ich gesperrt, der Kommentar gelöscht. Ich durfte der Löschung noch widersprechen, was ich tat. Der Kommentar erschien wieder, aber gesperrt bin ich weiterhin.
    Die machen ihre eigenen Gesetze.

    Gefällt mir

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