Corona Sonderzahlungen für alle Angestellten von Bund und Kommunen –  Kosten für unseren Landkreis Elbe-Elster belaufen sich vorläufig auf 452.000 Euro

Corona Sonderzahlungen sollten eigentlich den Branchen oder im Fall den, seit der Corona Krise hochbelasteten Gesundheitsämtern und natürlich deren Angestellten und Helfern, sowie den Beschäftigten der Rettungsdienste vorbehalten sein.

Doch in der Krise ist so manches möglich, wie es scheint

Während in der FREIEN UND NICHT STAATSFINANIERTEN WIRSTSCHAFT Hunderttausende Menschen, durch immer wiederkehrende Lockdowns in Kurzarbeit geschickt werden und damit, mittlerweile langfristig auf mind. 33 bis max. 40 Prozent ihres Lohnes verzichten müssen,

Während, laut Studien, bereits mehr als 300.000 Unternehmen in Deutschland aktuell in finanziellen Schwierigkeiten sind,

Während man für die Mitarbeiter des Lebensmittel-Einzelhandels, die von Beginn an, in der Corona-Krise, teils weitaus mehr unbezahlte Überstunden leisten müssen, dafür aber nicht besser entlohnt werden, als mit dem Mindestlohn,

Während die, im vergangenen Jahr vollmundig von Spahn und Co. angekündigten, staatlichen Corona-Sonderzahlungen für Pflegekräfte bis November bei noch mindestens 30 % der Menschen nicht oder nur in Häppchen angekommen sind,

Während die Zielgruppe von anfangs ALLEN PFLEGEKRÄFTEN, später auf zumeist Altenpflege reduziert wurden, ergo in den Krankenhäusern viele Pflegekräfte plötzlich NICHT mehr berücksichtigt wurden…

WÄHREND dieser Zeit, handelte man im Oktober 2020 in den Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst eine flächendeckende Corona- Sonderzahlung an ALLE (ob mit Mehrarbeit durch Corona (mehr)belastet oder nicht Angestellte von Bund und Kommunen aus.

Eine diesbezügliche Anfrage meinerseits an die Verwaltung unseres Landkreises Elbe-Elster brachte auch die Klarheit darüber, dass es tatsächlich so ist.

Antwort vom Landkreis Elbe-Elster zu Corona-Sonderzahlungen

Corona-Sonderzahlungen wurden demnach auch an alle kommunalen Verwaltungsmitarbeiter
unseren Landkreis Elbe-Elster ausgezahlt.

Antwort vom Landkreis Elbe-Elster zu Corona-Sonderzahlungen

Die bisherige Summe dafür beliefen sich auf  452.071,20 Euro.

Die zusätzliche, dem Arbeitgeber freigestellte Sonderzahlung an Mitarbeiter des Gesundheitsamtes nochmals 25.200.00 Euro.

Nun wird diese Zahlung damit begründet, dass sie als Bestandteil der Aushandelungen bei den Tarifverhandlungen des Öffentlichen Dienstes war.

Teils beklagt man sich sogar, dass diese Sonderzahlung gar keine richtige Sonderzahlung wäre, sondern eine Ausgleichszahlung dafür, dass der Verhandlungspartner „Ver.di“, seines Zeichens die Gewerkschaft, die für die Beschäftigten die Tariflöhne aushandeln sollte, statt einer regulär höher ausfallenden Tariferhöhung, nur diese (einmalige) Sonderzahlung ausgehandelt hat.

Damit also wäre statt einer monatlich höheren Lohnanhebung für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst, NUR diese Einmalzahlung herausgesprungen und diese wäre in Summe eher eine Klatsche für die Beschäftigten, da damit die Lohnanhebung niedriger ausgefallen sei, als in den Jahren zuvor. Man schwadronierte sogar, dass Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Kommunen und des Bundes damit eine Reallohnsenkung erhalten hätten. Die Gehälter würden bei einer Laufzeit von 28 Monaten schrittweise gerade einmal um 3,2 Prozent erhöht, statt der ursprünglichen Forderung von 4,8 Prozent in zwölf Monaten.

JAMMERN AUF HOHEM NIVEAU, ANGESICHTS DER MENSCHEN IN DER FREIEN WIRTSCHAFT, DIE IN KURZARBEIT GESCHICKT WURDEN UND UM IHRE EXISTENZ BANGEN MÜSSEN.

Und ein Hohn, so etwas generell als Corona-Sonderzahlung zu deklarieren.

Tarifvertrag

Ver.di allerdings verkaufte dies als große Errungenschaft für die Beschäftigten.

Doch selbst Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes sahen diese Corona-Sonderzahlungen kritisch.

Medienberichten zufolge erklärten sogar einige, dass sie das Geld nicht verdient hätten und folgten damit der öffentlichen Kritik einer Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Bielefeld.

Verdi aber warnte vor einer Neiddebatte und stellte klar, dass die Sonderzahlung kein Bonus seien, sondern ein Ausgleich für die Lohnlücke zwischen dem alten und dem neuen Tarifvertrag.

„Die vereinbarte Lohnerhöhung im öffentlichen Dienst gilt erst ab Mai 2021, obwohl der alte Tarifvertrag bereits im August 2020 ausgelaufen ist. Für diese Lücke erhalten die Betroffenen einen Ausgleich in Form der Corona-Sonderzahlung“.

Corona-Boni und die Kurzarbeit

Kurzarbeit in Deutschland Apri 20 -April 21

Nun Tarifeverhandlungen hin oder her, in dieser Zeit, in der 8,1 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen in Kurzarbeit waren, ist es schon ein Schlag ins Gesicht, wenn staatliche Corona-Boni in Bereiche ausgeschüttet werden, die nicht sonderlich viel mit der Bewältigung der Pandemie zu tun hatten.

Aber das mussan als „Normalbürger“ wohl nicht nachvollziehen können.

Euer Matze Lentzsch

3 Kommentare

    1. Ja, definitiv und Verdi hatte es noch als Verhandlungserfolg verbucht. Anstatt der Lohnerhöhung eine Einmalzahlung mit dem Label: „Corona-Prämie“ herausgeschlagen zu haben. Peinlich und auch äußerst zynisch allen gegenüber, die in der Pandemie tatsächlich direkt damit 6u tun hatten.

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