E-Netz wurde abgeschaltet – Teile von ländlichen Räumen abgehängt

Die Bundesnetzagentur forderte 2019 bei der Versteigerung der 5-G Frequenzen schnelles LTE-Netz in 98 Prozent der deutschen Haushalte.

Dies hat nun dazu geführt, dass Mobilfunk-Unternehmen das 3G-Netz(Mobilfunkstandard der 3. Generation), in der vergangenen Woche vollständig abschalten haben.

Damit könnten knapp die Hälfte der in Deutschland verwendeten Sim-Karten beinahe unbrauchbar sein.

Es scheint auch nicht wirklich für diese Behörde von Interesse zu sein, wie viele Menschen 3G, also das E-Netz nutzen, denn man macht sich nicht die Mühe es im jährlichen Bericht aufzulisten.

Ende 2019 gab es 59,1 Mio. LTE-Nutzer, auf UMTS/GSM entfielen 48,1 Millionen Nutzer.
Unklar bleibt, da anscheinend uninteressant, wie viele Nutzer auf 3G entfallen oder/und wie viele Verbraucher ihr Handy nur für Telefonie nutzen.

Die genaue Zahl der 3G-Nutzer geht aus den Zahlen der Bundesnetzagentur nicht hervor.

In einigen ländlichen Gebieten, die von den Netzbetreibern schon viele Jahre zuvor vernachlässigt wurden, kommt nun, beim Versuch eine Internetseite aufzurufen oder auch nur eine Nachricht in Sozialen Medien zu schreiben:

„KEIN NETZ VERFÜGBAR“

Laut einem Artikel von „Focus Online“ vom Oktober 2020, erklärte Jörg Borm, Pressesprecher von Telefónica Deutschland. „Es macht irgendwann keinen Sinn mehr, alle Netze parallel bestehen zu lassen.“

Das ist sicher richtig und um das umstrittene 5G-Netz auszubauen braucht man diese Ressourcen des frei werdenden 3G-Netzes.

Doch wie immer in Deutschland macht man den Dritten Schritt vor dem Ersten und so ist es die Politik selbst, die für dieses Chaos sorgt.

Jedoch ganz im Sinne der Mobilfunkbetreiber und Gerätehersteller.

Lobbyismus lässt Grüßen.

Denn für all jene, die sich auf das neue 5G Netz freuen – Die wenigsten Getäte sind heute schon 5G fähig.

Wenn sonst Zahlen und Statistiken scheinbar wichtig sind für politische Entscheidungsfindungen, so scheint insbesondere der ländliche Raum kaum von Interesse.

Laut Bundesnetzagentur wurden Ende 2018 nämlich nur rund 50,5 Millionen Sim-Karten mit 4G-, also LTE-Netz genutzt.

Das entspricht etwa nur 47 Prozent der aktiv genutzten Karten.

Die übrigen Nutzer verwenden Tarife mit älteren Technologien, etwa 3G.

Eine Überland-Fahrt für Sozial-Media-Verrückte dürfte nun sehr interessant verlaufen, denn während die Städte mit Netzangeboten geflutet sind, dürfte jeder der eine Fahrt ins Grüne macht, statt des Benachrichtigungstones für eine eingegangene Nachricht nur das Zwitschern der Vögel hören.

Aber das ist ja auch ganz amüsant – vorausgesetzt man lebt nicht auf dem Land und ist auf mobiles Netz angewiesen.

In diesem Sinne…

Euer Matze Lentzsch

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