Die Zwerge von Breslau – Symbol des Widerstandes gegen die kommunistische Gewaltherrschaft

Was Zwerge aus Bronze in Breslau mit dem Widerstand des Volkes gegen die Kommunisten zu tun haben und warum es heute noch aktuell ist, daran zu erinnern.


Die Zwerge von Breslau sind heute ein Tourismusmagnet.

Wer die Geschichtsträchtige Stadt Breslau besucht, so wie meine Familie und ich, ist zuerst beeindruckt von der Architektur und dem Flair dieser schönen Stadt.
Unweigerlich wird man aber dann von den kleinen Kerlchen dazu aufgefordert, in der Innenstadt auf die Pirsch nach den mittlerweile fast 400 Zwergenfiguren zu gehen.

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Die „Orangene Alternative

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Anknüpfend an eine alte Sage[1], die auf die Gründerzeit von Breslau (polnisch Wroclaw) zurückführt, hob die avantgardistische, antikommunistische Bewegung der 1980er Jahre, die „Orangene Alternative“ (polnisch: Pomarańczowa Alternatywa) einen friedlichen Widerstand gegen das verhasste, kommunistische Regime in Polen aus der Taufe. [2]

Getreu dem Motto, dass Humor die beste Waffe gegen Unterdrückung und jedes Regime ist, machte der Gründer „Orangene Alternative“, der Künstler und Schriftsteller Waldemar Fydrych Major, zusammen mit seinem Freund, dem Mathematiker Wiesław Cupała, mit gewaltfreien Happenings auf die Missstände des Sozialismus aufmerksam.

An Hauswände, wo die Miliz antikommunistische Parolen mit Farbe übermalte, sprühten sie Zwerge auf.

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Bildquellen: [2] und [3]


Nicht nur die ständige Gefahr, entdeckt und verhaftet zu werden, war für die Beiden und Gleichgesinnte eine Herausforderung, sondern auch die Tatsache, dass Farbe in Spraydosen zu damaliger Zeit in Polen echte Mangelware war.

Die ersten Spraydosen „organisierte“ ein befreundeter Autolackierer.

Weitere Aktionen der „Orangenen Alternative“ waren Protestkundgebungen, zu denen die Protestierenden in orangene Umhänge und Mützen als Zwerge verkleidet erschienen.

Als die Miliz die Demonstrationen mit Gewalt auflösen und die Teilnehmer festnehmen wollte, erklärten sie augenzwinkernd, sie seien keine Menschen, sondern Zwerge, und für diese gelte das Versammlungsverbot nicht.


(Major Fydrych leading a political protest in Wrocław, 1988. (c) orangealternativemuseum.pl)[4]&[5]orange-alternative-gnome-revolution


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Die Zwerge wurden zum Symbol für politischen Widerstand.

„Für Freiheit und Zwerge!“, lautete nur einer der Slogans, zur damaligen Zeit, die für Kritiker und Demonstranten sehr gefährlich sein konnte und es in vielen Fällen auch war.

[6]&[7] 29683db2-ea76-461e-bf2e-0783ae2c67e4breslauer-zwerge-wroclaw-35


Die Sage der Zwerge von Breslau:

Der Legende nach halfen die Zwerge einst den ersten Siedlern bei der Stadtgründung. Sie sollen auch den bösartigen Oderkobold, der den Menschen arg zugesetzt hatte, überlistet und ihn in einen Kerker im Eulengebirge geworfen haben. Aus Dankbarkeit für die Rettung vor dem bösen Kobold boten die Menschen den kleinen Helfern an, mit ihnen zusammen zu leben.


Und gleich noch eines zum Abschluss, für die „Zeter und Mordio-Rufer„, sprich die Sprachpolizei unserer neuen Gesellschaft, die mich sicher schon beim lesen der Schlagzeile gebranntmarkt hätte, weil ich Breslau und nicht Wrozlaw schreibe.

Denn heute wird es ja in Deutschland als ein wahrer Frevel, ja sogar rechtsradikal angesehen, wenn man auch nur irgend etwas aus dem Sprachgbrauch vor 1945 benutzt (wobei diese Bezeichnung nicht aus den Jahren 1933-1945 stammt).



„Breslau“ oder „Wrocław“?  

Der Bürgermeister der Stadt gab 2015 in einem Interwiev mit der „Welt“ [3] die passende Antwort für unsere heutige, deutsche Sprachpolizei:

„Na beides“,

antwortet Bürgermeister Rafał Dutkiewicz, seit 2002 im Amt, der im Aussehen ein bisschen an den französischen Action-Schauspieler Jean Reno erinnert.

„Unsere Stadt hat polnische, deutsche und jüdische Wurzeln, und die Zeiten sind vorbei, in denen das eine gegen das andere ausgespielt wurde.“


Mein Fazit:

Breslau ist eine wirklich schöne Stadt, mit offenen Menschen, die ihre Heimat über alles lieben, die Stolz auf ihr Land sind und deren Nationalstolz nicht als Makel angehaftet, sondern als etwas Gutes wahrgenommen wird, so wie in jedem anderen Land auch.

Die Polen sind Menschen, die sich nicht vorschreiben lassen, wie sie zu leben und was sie zu tun und zu lassen haben.

Dies taten sie nicht in der schlimmen Nazizeit, dies taten sie nicht in der Zeit da die Kommunisten ihre Diktatur, als sozial verkauften und dies tun sie auch heute nicht, da man Polen (nicht anders als uns) eine „Allmachts-EU“ übezustülpen versucht, in der die Nationalstaaten ihre Souveränität in (nach den Wünschen der „Eurokraten„, wie Merkel, Macron und Co.) naher Zukunft aufgeben sollen.

Einer EU, gelenkt von einem EU-Parlament, dem kein Bürgerbegehren, keine Petition und keine kritische Stimme mehr Herr werden könnte.

Ganz gleich welche Entscheidungen auch getroffen würden – sie würden ohne die Bürger getroffen.

Die Briten haben dies erkannt und gehandelt.

Wahrscheinlich haben die Grünen dies auch erkannt und darum die Förderung nach Direkter Demokratie kurzerhand aus ihrem neuen Parteiprogramm gestrichen.



Je größer die Hallen und die Throne der Herren, – desto ferner die Nöte und ungehörter die Hilferufe der Menschen


Vielleicht braucht es in allen Zeiten, in denen sich die „Fürsten“ über das Volk erheben und ihm ihre Allmachtsfantasien aufzwingen und als einzige Wahrheit verkaufen wollen eine Armee von Zwergen.

So wie in Breslau

Euer Matze Lentzsch


Quellen für Informationen und Zitate:

[1] & [2]:

https://www.polish-online.com/polen-niederschlesien/breslau-zwerge.php


[3] https://www.welt.de/reise/staedtereisen/article148050832/Breslau-oder-Wroc-aw-man-darf-beides-sagen.html


Bildquellen:

[1] bis [7]

https://www.inyourpocket.com/wroclaw/Alternative-orange-movement_70296f

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Orange_Alternative_Dwarf_Graffiti_in_Wroc%C5%82aw_2014_P01.jpg

https://monoskop.org/Orange_Alternative

https://orangealternativemuseum.pl

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